22. Dezember

 
   
Schneeflöckchen
Was wäre die Adventszeit ohne Schnee und sei es nur in den Schaufenstern der Kaufhäuser. Echte Schneeflocken entstehen, wenn die Lufttemperatur nahe am Gefrierpunkt liegt. Dann werden die einzelnen Eiskristalle durch kleine Wassertropfen miteinander verklebt und es bilden sich an einen Wattebausch erinnernde Schneeflocken.

In starken Schauern kann es allerdings auch bei Temperaturen um 5 Grad oder noch etwas darüber schneien. Andererseits kommt es vor, dass auch bei unter Null Grad Regen fällt, dann als gefrierender Regen. Für diesen Effekt wird in manchen Medien der irreführende Begriff Blitzeis verwendet (mit der Wettererscheinung Blitz hat gefrierender Regen aber nichts zu tun). Diese Komponenten hängen von Struktur und Schichtungsstabilität der oberen und unteren Luftschichten und sonstigen geographischen und wettertechnischen Einflüssen ab. Bei tiefen Temperaturen bilden sich nur sehr kleine Flöckchen, der so genannte Schneegriesel.

Die weiße Farbe des Schnees liegt ebenfalls darin begründet, dass der Schnee aus Eiskristallen besteht. Jeder einzelne Kristall ist - wie Eis als solches - transparent; Lediglich das Licht wird an den Grenzflächen zwischen den Eiskristallen und der umgebenden Luft reflektiert und gestreut. Kommen genug Eiskristalle zusammen führt dies zu einer diffusen Reflexion; Schnee erscheint daher weiß.

Schneeflocken Die größte je gesehene Schneeflocke hatte einen Durchmesser von zwölf Zentimetern. Meist sind es aber nur fünf Millimeter. Je höher die Temperatur wird, desto größer werden die Flocken. Wird es wärmer, schmelzen die Kristalle und verkleben zu großen Flocken.

Eine Schneeflocke sinkt mit einer Geschwindigkeit von 0,9 km/h auf die Erde (zum Vergleich: Regen fällt mit 36 km/h). Fällt eine Schneeflocke auf Wasser, dann erzeugt sie aufgrund der in ihr eingeschlossenen Luftblasen einen schrillen hohen Ton mit einer Frequenz von 50 bis 200 Kilohertz, der für Menschen unhörbar, aber dafür unangenehm für viele Fische ist

Verschiedene Schneearten:
  • Neuschnee ist frisch gefallener Schnee, der nicht älter als drei Tage ist. Die Eiskristalle sind noch fein verzweigt mit spitzen Zacken.
  • Altschnee liegt bereits mindestens drei Tage. Durch Temperatur und Druck sind die Kristalle weniger stark verästelt und abgerundeter.
  • Harsch ist Altschnee, der durch Schmelzen und Gefrieren an der Oberfläche eine feste, gefrorene Schicht ausgebildet hat, während der Schnee darunter pulverartig bleibt.
  • Firnschnee (kurz Firn) ist mindestens ein Jahr alt. Seine Dichte ist höher. Die feinen Eiskristalle sind durch wiederkehrendes Auftauen und Gefrieren zu größeren Eisbrocken verschmolzen. Aus dem Firnschnee können im Laufe der Zeit Gletscher entstehen.
Ein Schneemann besteht normalerweise aus drei verschieden großen aufeinandergestapelten Schneebällen. Als Gesicht werden meist Kieselsteine oder Kohlenstücke als Augen, eine Karotte oder ein Zweig als Nase und mehrere kleine Kieselsteine als Mund verwendet. Oft bekommt so ein Schneemann außerdem einen Topf oder Eimer als Hut auf den Kopf gesetzt.

Doch die Geschichte des Schneemanns ist noch gar nicht so alt; den Menschen des Mittelalters war eine Figur dieses Namens noch völlig unbekannt. Die ältesten literarischen Nachweise für Schneeskulpturen gibt es aus dem 16. Jahrhundert, etwa bei Shakespeare. Populär wurde der Schneemann erst im 18. Jahrhundert. Im Jahr 1770 taucht er in einem Leipziger Kinderliederbuch zum ersten Mal als Begriff auf. Alte bildliche Darstellungen zeigen ihn als personifizierten Winter in recht bedrohlicher Gestalt in Übergröße, mit grimmiger Miene und drohend erhobenem Besen, so ein Kupferstich von Daniel Chodowiecki.

Im 19. Jahrhundert veränderte sich allmählich die Einstellung zum Winter, der nicht mehr nur hart und entbehrungsreich erschien. So gehörten zu bildlichen Winterdarstellungen nun vermehrt Schlittenfahren, Schlittschuhlaufen und eben auch Schneemänner, die im Biedermeier zu einem beliebten Kinderbuch-Motiv wurden. Die Gestalt wurde kugeliger, das Aussehen wesentlich freundlicher. Um 1900 erscheinen Schneemänner auch als Figuren für den Weihnachtsbaum.

Das Image eines freundlichen Wintersymbols wird Ende des 19. Jahrhunderts sehr stark auch durch die wachsende Beliebtheit der Postkarte geprägt. Postkartenverlage entdecken den Schneemann als Motiv für Weihnachts- und Neujahrsgrüsse. Etwa zeitgleich setzt auch die Werbeindustrie den Schneemann verstärkt für Ihre Zwecke ein.

Schneeflöckchen, Weißröckchen - Liedtext
Schneeflöckchen, Weissröckchen, wann kommst du geschneit?
Du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit.

Komm, setz dich ans Fenster, du lieblicher Stern.
Malst Blumen und Blätter, wir haben dich gern.

Schneeflöckchen, du deckst uns die Blümelein zu,
dann schlafen sie sicher in himmlischer Ruh.

Schneeflöckchen, Weissröckchen, komm zu uns ins Tal,
dann baun wir den Schneemann und werfen den Ball.


   


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