21. Dezember

 
   
Heidnisches Julfest und Wintersonnenwende
MistelzweigIn nordischen Ländern wird heute noch der, bei den Wicca (Anhänger von Naturreligionen) übliche, Name Julfest statt Sonnenwende benutzt. Das Wort stammt aus dem Altgemanischen und bezeichnet das eigentliche Mittwinterfest und die Tage, die damit verbunden sind. Diese werden oft auch als die 12 Rauhnächte betitelt, in denen die verschiedenen Welten durchlässiger sind als sonst. Zur Begrüßung des Lichtes werden überall Kerzen und Feuer neu entzündet.

Die heidnischen und inzwischen auch christlichen Symbole sind die Mistel und die Tanne. Hinzu kommt das Hirschgeweih, das die wilde Jagd des Gottes Wodan symbolisiert, der mit unsereren Ahnen, die in dieser Zeit ebenso verehrt werden sollen, durch die nächtlichen Lüfte reitet.

Weiterhin wird den Träumen in der Nacht vor dem Beginn des Julfests (also in der Nacht vom 21. zum 22. Dezember) besondere Bedeutung zugemessen, denn sie sollen die Zukunft vorhersagen. Während der Julzeit werden außer dem Gott Wodan/Odin auch noch die Göttin Frigg/Frija geehrt, deren Symbol das Rad ist - Rad des Jahres, Jahreskreis .... ein Jahr, das neu beginnt ...

Das Alte ist vergangen, das Neue kann beginnen
Die Zeit der 12 Nächte und Tage, die am 21. Dezember beginnen, lassen alles beenden und alles neu beginnen. Daher werden bei den Julfeiern alle Feuer und Lichter gelöscht und neu entzündet. Haus und Hof werden mit Räucherwerk gereinigt.

Ein weiterer Brauch, der deutlich machen soll, dass das Alte vergangen und das Neue im Kommen ist, besteht im Orakel befragen. So soll z. B. ein Haselnußkern in die Glut eines Feuers gelegt und mit dem Spruch 'Wenn du mich liebst, so sollst Du platzen und fliegen, wenn du tot bist, dann bleib liegen' verbunden, darüber Auskunft geben, ob der Partner an den man gerade denkt, der Richtige ist. Wer also einen Kamin zur Hand hat, kann das ja mal ausprobieren.

Wintersonnenwende
entnommen aus http://de.geocities.com/anubiscly/Malta.htm Eine Sonnenwende oder Sonnwende (lat. Solstitium, Stillstand der Sonne) stellt den Zeitpunkt dar, in dem die Sonne im Laufe eines Sonnenjahres die größte nördliche oder südliche Deklination erreicht. In diesem Augenblick kehrt die Sonne ihre durch die Schiefe der Ekliptik bewirkte Deklinationsbewegung um und nähert sich wieder dem Himmelsäquator. Heute ist so ein Tag: die Wintersonnenwende. Es ist die längste Nacht des Jahres! Schon immer wurde dieses Datum in vielen Kulturen gefeiert:

Die Germanen feierten um die Wintersonnenwende das Julfest. Bei den Römern war der 25. Dezember einer der höchsten Feiertage zu Ehren des Gottes der unbesiegten Sonne Sol invictus.

In der griechische Mythologie fährt Helios, der Sonnengott, täglich mit dem Sonnenwagen über den Himmel, wo er alles sehen kann, was auf Erden geschieht. Nachts kehrt er in einer goldenen Schale vom fernen Westen an den Ostrand der Welt zurück. Die Wintersonnenwende wurde besonders gefeiert, weil sie die zu erwartende Wiedergeburt der Natur und die Aussicht auf neues Leben ankündigte.

Auch das Weihnachtsfest liegt zeitlich kurz nach der Wintersonnenwende, was die Ankunft des göttlichen Lichts (Christi Geburt) symbolisiert.

Retten auch Sie die Mistel
Ein schöner Brauch aus England: wer dort mit einem hübschen Mädchen oder einem netten jungen Mann unter dem Zweig mit den weißen Beeren steht, hat sich einen Kuss verdient. Doch Vorsicht, es gibt Regeln. Pflückt man eine Beere - ein Kuß; zwei Beeren - zwei Küsse. Wenn keine Beeren mehr da sind, ist Schluß mit der Küsserei!

Druide - entnommen aus http://planetejeanjaures.free.frMisteln sind wilde Pflanzen, die man sehr schwer selber ansiedeln kann. Es ist ein immergrüner, kugelförmiger Busch von 60 bis 90 Zentimeter Durchmesser. Verbreitet wird die Pflanze ausschließlich durch Vögel. Sie fressen die Beeren und wischen die am Schnabel hängengebliebenen Kerne an der Baumrinde ab oder scheiden sie unverdaut wieder aus. Im Frühjahr wachsen daraus die Pflanzen, dessen Wurzeln bis ins Holz eindringen. Die Mistel hat ein sehr langes Leben. In der Regel stirbt siel erst, wenn der Wirtsbaum stirbt. So schätzten Förster das Alter einer Mistel, die auf einer Zeder wuchs, auf 400 Jahre.

Misteln gehören aber zu den sehr langsam wachsenden Gehölzarten. Nach ca. 5 Jahren blühen sie das erste Mal! Bei einem Durchmesser von 50 Zentimetern sind die Pflanzen etwa 30 Jahre alt! Daran sollten alle diejenigen denken, die Mistelbüsche erwerben, denn diese Sitte führte zu einem drastischen Rückgang der europäischen Bestände.

Lange Zeit wurde die Pflanze wegen ihrer geheimnisvollen Zauberkräfte verehrt. Sie sollte gegen Gifte und Krankheiten helfen und schützen, Schlösser aufbrechen oder Hexen und böse Geister abehren. Später, als die Druiden an Bedeutung gewannen, wurde der Mistelzweig zum Symbol von Glück, Fruchtbarkeit und Gesundheit.

   


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